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Unsere Eindrücke der P2P Conference – Licht und Schatten






Unsere Eindrücke der P2P Conference – Licht und Schatten


Hier berichten wir über unsere Eindrücke der P2P Conference, welche in Riga stattfand, wie immer ein wenig provokant und aus einer etwas anderen Perspektive. 

Kurz zur P2P Conference: Diese Veranstaltung fand zum ersten Mal statt und war ein großes Treffen von Fintechs (P2P-Plattformen), Investoren und Bloggern. 

Vorab:

Es war längst überfällig, dass ein solches Event stattfindet. Es gibt inzwischen einige Fintechs im Bereich der P2P-Kredite, insbesondere im Baltikum. Und wir finden die Veranstalter haben das gut gemacht! Wir werden auf jeden Fall im nächsten Jahr wieder dabei sein. Und es wird wieder ein "heißes" Event – wir hatten 30 Grad und Sonne pur…😉
 
Es war eine gute Gelegenheit, um neue Erkenntnisse zu sammeln. Als Investoren (inzwischen sind auch unsere Investments im P2P-Bereich nicht gerade klein…), aber auch für die Beratung. Denn auch wenn wir unabhängig beraten, so messen uns unsere Kunden an der Performance, die sie letztlich erreichen. Eine P2P-Plattform die Scam ist oder zusammen mit Anlegergeldern pleite- bzw. untergeht, wäre da der Super-Gau…

Denn letztlich geht es ja um die zentrale Frage:

Wie investiere ich in P2P-Kredite mit einer optimalen Rendite und kontrollierbaren Risiken?

Und dazu gab es einige AHA-Effekte auf der Konferenz. Diese findet ihr im folgenden Text.

Hinweis: Wir werden hier bewusst keine Plattformen namentlich nennen, um keinen falschen Eindruck (Schleichwerbung) entstehen zu lassen.

Das fanden wir gut

  • Die anderen Investoren
Der Austausch mit anderen Investoren war top! Dies ist wirklich Gold wert, da es nicht so viele Leute gibt mit denen man sich intensiv über P2P-Investments austauschen kann. So hatten wir gute Gespräche u.a. mit „Mr. P2P“ Bernhard Hummel, Lars Wrobbel und Denny Neidhardt. Alle echt coole Socken ;-)

  • Die Anlage-Projekte sind real
Ob alle Kredite auf allen baltischen P2P-Plattformen echt sind, konnten wir natürlich nicht rausfinden. Aber wir haben uns mal umgesehen in Riga. Dabei haben wir z.B. Filialen von Darlehensanbahnern besucht und auch eines unserer Projekte. Mehr Infos dazu findet ihr hier. Und das Gebäude stand tatsächlich dort, wo es stehen sollte:


(Investmentprojekt einer P2P-Plattform – eigenes Foto vom 08.06.19)

Ob wir die 21 % Zinsen + Tilgung tatsächlich in 9 Monaten sehen werden wird man sehen. Jedenfalls war die Lage noch akzeptabel und der Bedarf an kleinen Wohnungen scheint gegeben zu sein. Nichtsdestotrotz reden wir hier natürlich von Risikokapital.
  • Das Baltikum ist digital
Per App hatte man schnell eine Übersicht über die Teilnehmer der Veranstaltung, die Anreise ist dank Anbietern von Fahrdiensten einfach und preiswert, Service der Hotels ist top, etc…man merkt, dass sich vieles tut und digitalisiert ist. Ein Grundstein für Wirtschaftswachstum.

Das war weniger gut

Wo Licht ist, ist auch Schatten. Und das wurde bei den Gesprächen mit der ein oder anderen P2P-Plattform klar. Die Erkenntnisse sind für uns natürlich Gold wert, da wir nun besser beurteilen können in welche P2P-Plattformen wir nicht investieren werden und bei welchen wir einsteigen bzw. unser Engagement erhöhen werden. Wenn man wie wir aus dem Finanzbereich kommt, hat man einen anderen Blickwinkel auf die Dinge. Das bedeutet, dass wir (zum Glück) erkennen können wer wirklich Ahnung von dem hat, was er oder sie erzählt. Und wo es nur aufgehübschte Marketing-Phrasen sind.

  • „Wir bieten tolle und sichere Investments mit hohem Return“
Glücklicherweise sind wir im Baltikum gut vernetzt. Das hilft uns an die nötigen Informationen zu kommen. Wenn dann Vertreter einer Plattform erzählen, was sie an tollen Investments sie Investoren bieten und welche genialen Sicherheiten, klingt das zwar gut. Aber wenn die Firma aus 2-3 (fest angestellten) Mitarbeitern besteht und im Jahr einen fünfstelligen Umsatz macht und dann Investitionen garantiert die im 7 (!)stelligen Bereich liegen, fragt man sich schon, ob man gerade bei „Verstehen Sie Spaß“ ist. Vertrauen ist zwar gut, Zahlen sind besser…

  • Management der der Plattformen (Führung, Marketing und co.)
Für uns ist es wichtig, die Menschen hier den Plattformen zu kennen. Dabei helfen uns unter anderem die folgenden Fragen:

Welche Qualifikation haben die Geschäftsführer? Wie transparent sind Sie? Verstehen auch die anderen Mitarbeiter was von der Materie? Wie präsentieren sich die Mitarbeiter und das Marketing der Plattformen?

Hier gab es große Unterschiede bei den einzelnen Plattformen. Es gab Plattformen, die durchaus professionell aufgestellt waren. Ein guter Stand, fundierte Antworten, und wir wurden auch – wie versprochen – im Nachgang kontaktiert. Auch Interviews mit Bloggern und Podiumsdiskussionen wurden professionell geführt.

Auf der anderen Seite gab es Plattformen, bei denen genau das Gegenteil der Fall war. Oder anders ausgedrückt konnten wir u.a. die folgenden Punkte beobachten:
  • Auswendig gelernt Marketing-Phrasen ohne wirklich auf den Investor einzugehen (kein aktives Zuhören)
  • Fehlende Expertise im Finanzbereich, fehlendes Fachwissen
  • Fehlendes Wissen im Bereich Marketing und Investor Relations (Wie gewinne ich neue Investoren und wie kann ich deren Bedürfnisse erfüllen? Wie betreibe ich Marketing? Wie spreche ich meine Zielgruppen an?)
  • Fehlende Funktionen und schlechte Übersetzungen der Internetseiten der Plattformen
  • Ankündigungen ohne bisher erfolgte Umsetzung (z.B. Zweitmarkt, kleinere Mindestinvestitionssummen)
Gerade im Finanzbereich ist es aus unserer Sicht wichtig, dass die Geschäftsführung entsprechendes Fachwissen mitbringt und aus der Branche kommt. Um professionell neue Märkte oder Zielgruppen wie zum Beispiel deutsche Investoren zu erschließen, greift ein gutes Management auf das eigene Know-How und/oder auf externe Berater zurück. Dass es Plattformen gab, die dies nicht tun, war teilweise für uns erschreckend.

Man erkennt dies dann zum Beispiel an schlecht übersetzten Internetseiten und nicht wirklich stimmigen Marketing-Maßnahmen. Wenn man diesen Plattformen dann sein Geld anvertrauen möchte, bitte. Aber wir nehmen davon dann doch Abstand...
Dies stellt natürlich nur einen Teilaspekt dar, aber im Gesamtbild kommen dann viele Faktoren zusammen, die ein recht klares Bild für uns ergeben, warum eine Plattform definitiv nicht in Frage kommt.

Daher unser Appell an die ein oder andere Plattform:

Bitte liebe Plattformen, holt euch professionelle Beratung aus dem jeweiligen Land, in dem ihr Projekte oder Investoren gewinnen wollt (wie zum Beispiel Deutschland). Ganz ohne Expertise und gutem Konzept wird es nicht gehen. Denn Fehler können hier schnell das Aus bedeuten.
Dass nicht alle Plattformen in den nächsten Jahren überleben werden, ist relativ sicher. Überleben werden sicherlich die Plattformen, die ihr Handwerk verstehen. Und da gibt es zum Glück einige Hoffnungsträger.

Wie geht es weiter?

Im nächsten Jahr wird es wieder eine Konferenz geben. Und diese wird sich definitiv für interessierte Investoren lohnen. Denn man hat die Gelegenheit sich mit Plattformen, Experten und Bloggern auszutauschen und dies nicht zu knapp. Wie sich der P2P-Markt weiter entwickeln wird, das wird sich zeigen. Aber entgegen aller Kritik entwickeln sich hier eine Fintechs zu echten Playern auf dem Finanzmarkt. Wir sind gespannt wie es weitergeht. Unsere Risikomodelle für unser Portfolio sind auf jeden Fall um einige Daten reicher und für die Zukunft gerüstet.

In diesem Sinne: Bis zum nächsten Event!

Wie waren eure Erfahrungen? Was denkt ihr über die verschiedenen P2P-Plattformen? Schreibt es gerne in die Kommentare.




PS: Eine Übersicht von P2P-Anbietern findet ihr hier.






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Kommentare

  1. Interessanter Bericht, Danke.

    Grüße, Dominik

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  2. Ich interessiere mich sehr dafür, um welche Namen es sich handelt. Gibt es eine Möglichkeit diese zu erfahren?

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    1. Kontaktieren Sie uns gerne unter capital-insider [at] dyon . info

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